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Nummer 11 - Februar 2006
Liebe Freunde und Beter,

Zur Geburt vom Amos haben wir eine Kinderkassette geschenkt bekommen mit dem Lied drauf: "Seht mal meinen Regenschirm ist der nicht schön..... Die letzte Strophe heißt: ?Doch den allerschönsten Schirm, den es nur gibt, den hat unser Vater in dem Himmel, der mich liebt, unter seinem Schirm, bin ich gut bewacht, er gibt auf mich acht bei Tag und Nacht.

Der Regenschirm ist gerade Amos Lieblingsspielzeug. Er ist überglücklich wenn man ihn auf den Arm nimmt und einen Regenschirm über ihm aufspannt, dann wird er ganz ruhig und strahlt einen an. Er könnte sich stundenlang damit beschäftigen, bei seiner Mama auf dem Arm sitzen und den Regenschirm festhalten.

Schirme haben wir an Weihnachten gebraucht, denn statt "Schnee" gab es Dauerregen, so dass viele Straßen überflutet waren und die Kinder im Kanal und im Kirchhof in der Nachbarschaft gebadet haben. Bei unserem Nachbarn lief das Wasser gleich bis ins Wohnzimmer. Wir sind froh, dass unser Hauseingang etwas höher liegt. Und auch jetzt Anfang Februar regnet es ununterbrochen.

Beim Thema Schirm wurde uns bewußt, wie oft Gott uns in letzter Zeit beschirmt hat.

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.
Psalm 91
Von Gott beschirmt wurden wir als wir einen Tagesausflug nach Surigao City machten, das ist die nördlichste Stadt hier auf Mindanao. Wir genossen einen wunderschönen Ferientag im Stadtpark und am Strand. Die herrlich frische Meerluft das blaue Wasser und der weiße Strand ganz für uns alleine, war ein besonderes Geschenk. Es tat sooo gut, mal als Familie einen Tag für sich zu haben, denn oft haben wir Besuche von morgens bis abends.

Wir hatten kaum die Heimfahrt gestartet, Amos war gerade eingeschlafen. Irgendwo zwischen einzelnen Häuser im Niemandsland fuhren wir die kurvige Straße in die Berge hinein. Da ein lauter Knall, das Auto fing an zu hoppeln. Das rechte Vorderrad war geplatzt. Wir waren so froh, dass wir nur langsam unterwegs waren und an den Straßenrand fahren konnten. Gott hatte uns beschirmt, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Was nun? Wir konnten keinen Wagenheber und kein Radkreuz im Auto finden? (Inzwischen haben wir sie gefunden, aber bei stockdunkler Nacht war das schwierig.) Wir warteten ob andere Fahrzeuge kamen, aber es war wohl sonst niemand mehr unterwegs. So lief Andreas zurück, zu den letzten Hütten die wir passiert hatten, um Hilfe zu holen. Angela blieb mit Amos im Auto zurück. Nach einigen Kurven sah er endlich ein Licht. Ein Mann saß unter seiner Haustüre beim Fernsehschauen, seine Kinder und Frau lagen schon im Bett obwohl es erst 19 Uhr war. Er wußte im nächsten Dorf gibt es eine Vulkanisier-Station (Reifenreparatur). Da kam auch ein Bus angefahren. Wir haben ihn angehalten und so bin ich bis zum nächsten Dorf mitgefahren. Dort saß ein Mann in seiner Werkstatt und hat auf Kundschaft gewartet. Nach längerem hin und her war er bereit mitzukommen. Ich war so froh, dass er ein Motorsikad hatte, mit dem wir zurückfahren konnten und dass sein Bruder uns seinen Wagenheber ausgeliehen hat. Jetzt fehlte es nur noch am Benzin fürs Motorsikad. Aber auch das war kein großes Problem. Schnell wurde ein Kind zur Tankstelle geschickt und nach wenigen Miuten kam es schon mit einer Cola-Flasche voll Benzin zurück.

Inzwischen hatte Angela ein SMS geschickt. Aus der Finsternis waren zwei Männer am Auto aufgetaucht und wollten beim Reifenwechsel helfen. Sie war erschrocken, wo die jetzt herkamen. Sie konnte sie jedoch überreden zu warten, bis ich zurück kam. Es dauerte auch nicht mehr lange, bis wir wieder am Auto waren und die Männer hatten in kurzer Zeit, das Rad gewechselt. Wir waren so dankbar über die Hilfsbereitschaft der Filipinos und nach 1 ½ Stunden waren wir wieder auf der Straße und kamen todmüde zu Hause an.

Von Gott beschirmt sind wir auch regelmäßig wenn wir Leute zum Arzt bringen. Boloy ist 8 Jahre alt und Tschatschas Bruder. Er hat Tuberkulose. Die Kinderärztin stellte die Medizin ein da er allergisch darauf reagierte und seine Leberwerte nicht in Ordnung waren. Wir brachten ihn zu einem deutschen Arzt, der hier in der Stadt seine Praxis hat. Er hatte andere Medizin und erklärte, es sei der sichere Tod wenn er nicht weiter behandelt wird. Inzwischen scheint es dem Jungen schon besser zu gehen. Bitte betet um Bewahrung, dass wir uns nicht irgendwo anstecken denn hier gibt es in fast jeder Familie Tb-Fälle.

Tschatscha meinte letzte Woche, dass sie Zahnschmerzen hat. So bin ich (Angela) mit ihr und ihrer Mutter zum öffentlichen Krankenhaus gefahren denn dort gibt es die Behandlung fast umsonst. Als wir ankamen und der Doktor sie untersuchte meinte er, sie haben keine Füllungen für die Schneidezähne sie müsste zu einem privaten Zahnarzt gehen. Sie hatte aber auch Schmerzen in einem Backenzahn so wurde er kurzerhand gezogen. Das hat mich geschockt, aber es ist wohl die billigere Lösung. Drei Tage später sind wir dann zu einem privaten Zahnarzt, der den Schneidezahn repariert hat.

Wir haben uns schon gewundert, dass fast alle Leute Prothesen tragen, besonders an den Schneidezähne. Nun wissen wir, dass eine Prothese billiger ist als ständig zum Arzt zu gehen und sich Füllungen machen zu lassen. Das war ein Kultur-Erlebniss für sich.

Betet bitte auch um Beschirmung für Lorena und ihre Familie. In der Gemeinde hatten wir Anfang Dezember eine Evangelisation und sie kam fröhlich mit und hat am ersten Abend einen Neuanfang mit Gott gemacht. Sie kommt jeden Sonntag mit in den Gottesdienst und freut sich nun auch Kontakte zu bekommen. Wir (Angela) machen donnerstags das chronologische Bibelstudium miteinander und sie ist sehr interessiert. Vor kurzem als ich sie besucht habe meinte sie dass sie viele Anfechtungen hat von Seiten ihrer Nachbarn.
Unter deinem Schirmen
bin ich vor den Stürmen
aller Feinde frei.
Laß den Satan wettern,
laß den Feind erbittern,
mir steht Jesus bei!
Ob es jetzt gleich kracht und blitzt,
ob gleich Sünd und Hölle schrecken;
Jesus will mich decken.
Johann Franck

Lorenas Mann, Jun (sprich: Tschun), kommt seit kurzem auch mit in den Gottesdienst. Sie kommen sogar schon eine Stunde vor dem Gottesdienst in die Gemeinde zum gemeinsamen Bibelstudium. Das ermutigt uns sehr. Jun hat sich vor vielen Jahren in der Methodistenkirche taufen lassen, aber wir sind uns nicht sicher ob er gerettet ist. Er hat bisher nur sehr wenig von der Bibel gelernt und versteht auch noch nicht wie man ein Kind Gottes wird. Bitte betet für ihn und dass er ein Mann wird, der sich Gott zur Verfügung stellt.

Von Gott beschirmt wurden wir auch als wir merkten, dass Nonoy unser Fahrradfahrer regelmässig in unser Haus einstieg während wir in der Schule waren. Wir haben hinter dem Haus einen Lichtschacht in den er an der Wasserleitung hinuntergeklettert ist und dann durch die Hintertüre in unsere Wohnung.
Letzte Woche hat er sich die Papiere für das Fahrrad mit Seitenwagen ausgeliehen. Gutgläubig, wie wir waren, haben wir sie ihm mitgegeben. Als er nicht zurück kam haben wir erfahren, dass er es verkauft hat und mit dem Geld abgehauen ist. Wahrscheinlich ist seine Frau sogar mit beteiligt gewesen. Das sind Erfahrungen, die sehr schmerzen, aber auch wichtig für uns sind. Denn wir waren einfach zu leichtgläubig.

Trotz aller Enttäuschung wissen wir, dass uns Gott Nonoy in den Weg gestellt hat, und dass er uns vor Schlimmerem beschirmt hat und wir haben viel gelernt! Immer wieder entdecken wir, dass es Dinge gibt, die wir noch nicht verstehen und Kultur, die wir noch lernen müssen. Dieses Jahr werden wir wohl "richtig" in die Arbeit einsteigen. Bisher war ja alles immer noch eine Art Vorbereitung.

Am 24. Februar 2006 ist unsere Absolvierungsfeier an der Sprachschule und damit werden wir das offizielle Programm der Sprachschule abschließen, wobei das nicht heißt, dass wir mit Sprachelernen fertig sind, das wird wohl eine Lebensaufgabe bleiben L. Aber die Art des Lernens wird sich ändern. Wir werden dann hauptsächlich mit unserem Sprachhelfer arbeiten, wissen aber noch nicht genau wie das alles wird.

Im April würden wir gerne nach Iligan umziehen. Dort wartet neue Arbeit auf uns. Eine Kollegen Familie wird in den Heimatdienst gehen nach USA. Und so wird Andreas wohl ein Fach an der Bibelschule unterrichten. Obwohl er sich von der Sprache her gesehen noch nicht dazu fähig fühlt. Aber wir vertrauen auf Gottes Beschirmen und Hilfe. Daneben ist dort nach wie vor die verwaiste Gemeinde. Wir wissen noch nicht in wie weit wir dort mitarbeiten werden. Wir denken, dass wir mehr im Hintergrund arbeiten, die Geschwister dort ermutigen, und mit ihnen Dienste vorbereiten, so dass sie die Hauskreise, Predigten und anderen Aufgaben selber tun können.

Angela wird wohl hauptsächlich damit beschäftigt sein Gäste zu bewirten (wann kommt Ihr?) und Hausbesuche machen und dann vor allem auf unseren kleinen Lausbuben aufpassen.

Und dann bleibt weiter das Sprachstudium. Unsere Mission verlangt, dass wir mindestens 50-60 % unserer Zeit für aktives Sprachelernen gebrauchen, bis wir wirklich gut sind. Darüber sind wir echt froh.

Von Gott beschirmt sind wir auch durch so viele betende Freunde und fröhliche Geber. Wir haben uns riesig gefreut über alle Päckchen, Briefe und Kassetten die wir in letzter Zeit erhalten haben.

Wir danken Euch ganz herzlich, dass Ihr uns bis heute begleitet habt und wir teil in Eurem Missions-Team sein dürfen.

Vielen Dank, dass Ihr auch im Neuen Jahr uns und unseren Dienst im Gebet vor Gottes Thron bringt. Damit er uns in allem beschirmt!



Eure 3 As
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