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Nummer 14 - Januar 2007
Liebe Freunde und Beter,

Heute ist der letzte Tag unserer LRF-Ehemaligen-Konferenz. Vor zwei Tagen waren um die 25 Absolventen und unsere 18 Studenten aus den Weihnachtsferien angereist. Die beiden Konferenztage waren gefüllt mit Berichten, Zeugnissen und Bibelarbeiten. Femie berichtete: Sie arbeit auf einer Insel am äußersten Ende der Philippinen. Die nächste größere Einkaufsmöglichkeit für sie wäre in Indonesien oder Malaysia. Seit Ihrer Absolvierung 2004 hat sie die Sprache studiert und arbeitet schon mehr als ein Jahr mit einem philippinischen Team auf der Insel. Leider sind Ihre Teamkollegen mehr abwesend als im Einsatz vor Ort. Als ledige Frau ist es für sie sehr problematisch alleine unterwegs zu sein. Deshalb ist sie sehr dankbar über ihren neuen Kollegen ? einem Draht-Esel (Fahrrad). Mit ihm fährt sie zu verschiedenen Besuchen oder wenn sie einfach im Dorf unterwegs sein will nimmt sie ihn mit. Verschiedene Gemeinden und Freunde hatten Ihr am Anfang finanzielle Unterstützung zugesagt, aber oft stand sie in den ersten Monaten ohne Essen da. Inzwischen wird sie von einer Gemeinde in USA unterstützt. Was Ihren Dienst auch noch schwerer gemacht hat, war ein enormer Wassermangel. Es hatte kaum geregnet. Die Menschen haben Löcher gegraben um nach Wasser zu suchen. Aber das meiste, was sie fanden, war Salzwasser. In ihrer Not haben sie es abgekocht und trotzdem getrunken. Femie ist froh, dass sie immer noch eine Möglichkeit fand, um irgend wo Süßwasser zu kaufen. Langsam baut sie Vertrauen zu den Leuten auf und möchte versuchen in verschiedenen Familien ein Bibelstudium anzubieten. Sie ist nur ein Beispiel für unsere Absolventen und den oft einsamen und auslaugenden Dienst, den sie tun.

Wir haben uns gefragt, wie kann man in einer solchen Situation durchhalten und wie können wir unter diesen Umständen Menschen für Jesus gewinnen. Ein Pastor aus der Heimatgemeinde unseres LRF-Direktors gab in einer Bibelarbeit darauf Antwort aus Daniel 10. Daniel hatte eine Vision, die ihn sehr bekümmerte und die er nicht klar verstand. Deshalb rief er zu Gott im Gebet. Er betete nicht einen Tag oder zwei oder drei. Er betete für drei Wochen. ?In selbigen Tagen trauerte ich, Daniel, drei volle Wochen. Köstliche Speise aß ich nicht, und weder Fleisch noch Wein kam in meinen Mund; und ich salbte mich nicht, bis drei volle Wochen um waren? (Dan 10,2-3). Daniel war es wichtig, Antwort von Gott zu bekommen. Ihm war bewußt hier ging es um einen geistlichen Kampf. In den weiteren Versen lesen wir, dass die Antwort auf sein Gebet schon vom ersten Tag an, als er zu beten begann unterwegs war. Aber der Bote Gottes wurde in einen Kampf in der unsichtbaren Welt verwickelt und dadurch aufgehalten. Pastor Lee stellte uns vor die Herausforderung, was wäre geschehen, wenn Daniel früher aufgehört hätte zu beten? Und sind wir genau so ausdauernd im Gebet? Geistliche Kämpfe werden auf den Knien gewonnen. Mir wurde wieder neue bewußt, wie wichtig Gebet ist und dass wir ohne Gottes Hilfe und Beistand im geistlichen Kampf nicht bestehen können. Es ist auch für uns eine Herausforderung im Gebet zu verharren, es gibt so viel wichtiges zu tun. Da ist es so leicht, das Wichtigste zu vergessen!

Während der Konfernz waren wir bei zwei weiteren Ereignissen dabei. Am Sonntag wurde die Mutter von Mimit, einer gläubigen Frau aus der Gemeinde beerdigt. Schon zwei Tage zuvor gingen wir mit einigen Leuten aus der Gemeinde und von der Bibelschule (LRF) zur Totenwache. Wir sangen einige Lieder und einer der Brüder gab eine kurze evangelistische Botschaft. Dann haben wir ausgemacht, dass wir das gleiche nochmals auf dem Friedhof machen werden. Mimit wollte keine katholische Beerdigung, da sie und eine ihrer Schwestern zum Glauben an Jesus gefunden haben. Das gab ihnen viele Möglichkeiten zum Zeugnis, dass die Messe, das Weihwasser oder andere rituelle Handlungen einen Toten nicht retten können, sondern dass wir uns heute, solange wir noch Leben entscheiden müssen, unser Leben an Gott auszuliefern und ihm zu glauben und vertrauen. Am Sonntag, zur abgemachten Zeit kam uns schon ein Ehepaar aus der Gemeinde entgegen, ganz aufgewühlt erzählten sie. Sie sind schon weg in der Stadt. Die Geschwister der Verstorbenen haben im letzten Moment doch noch ein Messe organisiert und so sind sie alle in die katholische Kirche gegangen. Das war sehr hart für Mimit. Auf dem Friedhof haben wir dann nochmals Gelegenheit gehabt, kurz das Evangelium weiterzugeben. Leider war die Zeit sehr begrenzt, denn der Totengräber hat gedrängt: ?Der Beton wird schon fest!? (Hier wird der Sarg eingemauert.) Dann hat es auch noch angefangen in Strömen zu regnen und so haben sie nicht mehr gewartet und wir mussten abbrechen. Wir beten, dass Gott die Zeugnisse und Gespräche trotzdem gebraucht, um Menschen aufzurütteln.

Am Montag ging es gleich weiter. Da haben wir wieder einiges über die philippinische Kultur gelernt. Andreas Sprachhelfer, Lanny, hat geheiratet. Er lebte schon lange mit seiner Frau zusammen und vor kurzem haben sie ihr viertes Kind bekommen. Da seine Eltern die Schwiegertochter nicht mögen und sie kein Geld haben hatten sie nicht geheiratet. Seine Frau, Nora, kam vor zwei/drei Jahren zum Glauben, bei ihm denken wir, dass er noch nicht wirklich mit Jesus lebt. Jetzt bekamen sie die Gelegenheit einer billigen Hochzeit und da es immer schwierig war mit den Kindern in der Schule, wenn sie den Namen der Mutter hatten, ergriffen sie die Gelegenheit. Einige Firmen und der Bürgermeister haben eine Massenhochzeit spendiert. So versammelten sich 39 Brautpaare in der Sporthalle von Abuno um sich standesamtlich trauen zu lassen. Wie üblich hier mussten wir zuerst eine Stunde warten, bis es losging und dann kam der Bürgermeister viel zu spät und so gab es viele Reden, um die Zeit tot zu schlagen. Edlich war es soweit und alle haben sich gleichzeitig das Trauversprechen gegeben. Die Krönung war, als der Bürgermeister jedem Brautpaar einen Sack Reis versprochen hat, wenn sie sich für mindestens zehn Sekunden küssen würden. (Was nicht jedes Paar tat, denn ein öffentlicher Kuss ist etwas sehr peinliches in der Kultur hier). Das war ein Gelächter und die Fotografen sind wie wild gerannt um Bilder zu ergattern.

Ja und wie geht es uns?

Weihnachten durften wir in unserer neuen Wohnung feiern. Am 11. Dezember sind wir nach manchen Renovierungsarbeiten und Einbauschränken bauen in eine grössere Wohnung hier auf dem Gelände der LRF umgezogen. Wir fühlen uns sehr wohl und sind froh das wir nun wieder mehr Platz haben.

Und nun ist fast der erste Monat von diesem Jahr vorüber das viele Veränderungen für uns mit sich bringen wird. Mitte Februar und Mitte März erwarten wir Besuch aus Deutschland. Drei junge Frauen werden uns vor, während und nach der Geburt unsers zweiten Kindes helfen. Darauf freuen wir uns schon sehr (besonders wegen Amos sind wir froh, jemand deutschsprachiges zu haben, denn Andreas wird wieder mit im Krankenhaus sein, um Arznei zu kaufen usw). Wir sind Gott sehr dankbar das es Angela zur Zeit noch besser geht als in der Schwangerschaft mit Amos. Vielen Dank für eure Gebete und alles mittragen. Wir dürfen erleben wie Gott handelt.

Andreas hatte diese Woche den letzten Unterricht in seiner Unterrichtseinheit für dieses Schuljahr, das im April endet und wird erst wieder im neuen Schuljahr einsteigen, das im Juni anfängt. Es hat ihm viel Freude gemacht trotz manchem stottern und suchen nach Wörtern. Dafür hat es ihn in der Sprache weitergebracht.

Seine Hauptaufgabe die Buchhaltung nimmt auch immer wieder viel Zeit in Anspruch. Diese Woche musste er den Jahresabschluss mit einer Steuerberaterin durchgehen und manches muss noch verbessert werden aber ansonsten stimmen alle Zahlen. Wofür er sehr dankbar ist.

Nebenher macht er noch die Netzwerkbetreuung von all unseren Computern hier auf dem Gelände. Wenn sie laufen sind sie ein Geschenk aber wenn nicht dann kann es manchmal ganz schön nerven- und zeitaufreibend sein. Wenn möglich treffen wir uns auch mit Robert und Richel einmal pro Woche zum Bibelstudium. Wir haben ja schon öfters von ihnen berichtet und wir sind immer wieder ermutiget wie treu sie im Glauben stehen. Richel hilft uns auch seit kurzem Montag bis Freitag morgens für drei Stunden im Haushalt was Angela eine grosse Entlastung ist. Ihr vierjähriger Sohn spielt gerne mit Amos und sie verstehen sich gut. Amos ist ein kleiner Sonnenschein mit einem starken Willen. Wir freuen uns sehr an ihm und er bringt uns immer wieder zum Lachen. Jetzt fängt er an alles nach zu brabbeln und erstaunlich ist, dass er mehr Sebuano Wörter, die oft aus zwei Buchstaben bestehen, spricht als deutsch:).



Euer Andreas und Eure Angela mit Amos
Wer wir sind.
Mehr über die 4 As.
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88477 Schwendi