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Nummer 16 - Oktober 2007
Liebe Freunde und Beter,

es war 23:30 Uhr am 18. Juli. Wir waren todmüde und haben uns auf einen ruhigen Schlaf im Flugzeug von Manila nach Dubai gefreut. Aber unsere Geduld wurde aufs äußerste auf die Probe gestellt. Das Flugzeug kam und kam nicht. Um Mitternacht hätten wir einsteigen sollen, aber weit und breit kein Flugzeug. Amos hatte uns immer wieder an der Hand gezogen: „Flugzeug gehen! Flugzeug gehen!“ Aber da war keines von Emirate Airlines zu sehen. Um 1 Uhr morgens wurde dann ein kleiner Imbiss aufgetischt – belegte Brote, getrocknete Mangos und Saft. Das tat gut. Es wurde 2 Uhr - 3 Uhr und nichts tat sich. Asaf hat immer wieder ein wenig geschlafen und dann wieder geweint und Amos hat es im nachgemacht. Das hat an den Nerven gezehrt. Wir waren froh als dann kurz nach 3 Uhr ein Flugzeug zu unserem Ausgang gefahren kam. Als wir dann im Flieger waren haben wir alle vier fest und tief geschlafen.

Endlich in Deutschland

Umso mehr haben wir die Zeit mit unseren Eltern und Geschwistern genossen. Es tat so gut einfach auszuruhen und unsere Buben haben sich natürlich von den Großeltern verwöhnen lassen. Auch das wiedersehen mit Freunden und Verwandten war einfach schön. Und natürlich freuten wir uns dass wir mit Debora und Markus mal wieder eine richtig schöne deutsche Hochzeit feiern durften. Und viel zu schnell war die Zeit vorüber. Wir hätte Euch so gerne alle besucht, aber nächstes Jahr kommen wir auf Heimatdienst, da wird es bestimmt klappen.

Wieder zu Hause

Tja und jetzt sind wir schon wieder über einen Monat zu Hause in Iligan. Irgendwie ist es schon komisch. Man weiß gar nicht mehr so richtig wo man hingehört. Hier haben wir unsere Wohnung, die Kinder ihre Freunde und Spielsachen und wir unsere Arbeit, aber in Deutschland sind unsere Eltern, Geschwister und auch viele Freunde. Irgend wie gehören wir nirgends mehr so richtig hin. Das ist manchmal ganz schön schwierig.

Schule - Life Resources Foundation

Inzwischen hat auch schon das zweite Quartal des Schuljahres begonnen und ich (Andreas) bin wieder voll im Unterricht. Ich habe wieder das Fach „geistliches Leben – Heiligung“, aber dieses mal nicht nur in Cebuano sondern wir haben auch eine kleine Klasse mit englisch sprechenden Studenten. Mir macht es ganz viel Freude diesen jungen motivierten Leuten die Grundlagen des Glaubenslebens zu unterrichten. Manchmal ist es jedoch erschreckend, wie wenig sie wissen, obwohl sie schon ein paar Jahre gläubig sind. Umso wichtiger ist es, dass wir ihnen ein gutes Fundament mitgeben.

7. September 2007 - Butuan

Jetzt sitzen wir gerade alle vier in Butuan im Gästezimmer unseres deutschen Freundes Manfred, der mit uns an der Sprachschule war. Ich (Andreas) habe morgen einen Sprachtest, um zu sehen, wo meine Stärken und Schwächen sind und wie die Sprache verbessert werden kann. Wir sind schon gespannt, wie das ausfällt. Die Zeit in Butuan wollen wir auch nützen um unsere Freunde hier zu besuchenI
Zuerst fuhren wir zu unserer ehemaligen Haushaltshilfe, Nang Betty, die außerhalb von Butuan wohnt. Sie hat sich sehr gefreut, dass sie Amos nach 1 ½ Jahren mal wieder sehen konnte. Leider hat er so gefremdelt, dass er nicht mehr zu ihr gegangen ist. Dafür hat sie Asaf auf den Arm genommen und allen ihren Freunden vorgeführt.

Dann fuhr ich (Angela) zu unseren kleinen Freunden in „Reserection“(Auferstehung). Als ich das Auto abgestellt hatte und mich durch Fahrradtaxis, Busse, Jeepneys zu der kleinen Seitenstraße durch geschlängelt hatte wurde es mir ein wenig mulmig zumute. Was würde mich erwarten? Als ich in die Schotterstraße einbiege treffe ich auf Dodong, einen der Jungs, die immer zu uns kamen.
Er führte mich dann zu den anderen Mädels und Jungen und schnell war eine Traube von Kindern und Erwachsen um mich herum. Manchmal viel es mir schwer zu atmen, da ich von Kindern umschlossen war, die sicher nicht jeden Tag ein Bad bekommen. Das Elend, das mir begegnete ist schwer in Worte zu fassen. Ein schmaler Straßenzug mit Holzhäusern bzw. Baracken dicht an dicht, überall hat es Pfützen auf der Straße, aus denen es stinkt. Im Haus nebenan wird gerade gespült und das Abwasser läuft direkt auf die Straße. Ich war erschrocken, als ich Almira (13) sah, der ein Schneidezahn fehlte. Diday (14), die immer noch so gesprächig und immer in Bewegung ist. Jeboy (12), der in den 1½ Jahren keinen Zentimeter gewachsen ist - und alle gehen sie nicht zur Schule. Ein ewiger Kreislauf, denn ohne Schulbildung hat man noch weniger Chancen auf eine Arbeitsstelle. Auf meine Frage was sie denn den ganzen Tag machen würden kam die Antwort, herum sitzen und warten. Es ist ein Elend, dem man hilflos gegenübersteht und das ist oft noch das schlimmste.

Wie dankbar war ich, dass TschaTscha, eines der Mädchen, die am Schluss bevor wir umgezogen sind jeden Tag bei uns waren, mit ihrer Familie in einen anderen Stadtteil umziehen konnte. Ihre Eltern kamen zum Glauben und sie gehen in die Bibelgemeinde Butuan. TschaTscha darf bei einem Ältesten aus der Gemeinde wohnen und hilft im Haushalt mit und bekommt dafür von ihnen die Schule bezahlt.

Lorena ihre Mama, braucht Ermutigung. Sie haben gerade das nötigste an Geld um über die Runden zu kommen. Ihr Mann fährt Trysikad (Fahrradtaxi) und davon gibt es viel zu viele und so verdient er nicht sehr viel. Sie wäscht jeden Samstag bei ihrer Nachbarin die Wäsche. Das ist nicht so dass man alles in die Waschmaschine schmeißt, Waschpulver rein und es geht von alleine. Hier wird meistens noch von Hand gewaschen. Jedes Kleidungsstück wird von Hand vor gespült, mit Seife eingerieben, gespült, weiße Wäsche wird mit einer speziellen Seife eingerieben und über Nacht eingeweicht damit es schön weiß wird.

Sie braucht dafür den ganzen Tag und ist am Ende total geschafft und hat gerade mal umgerechnet 2,20€ verdient was noch ein guter Tageslohn ist. Daneben gilt es dann den Rest der Familie zu versorgen. Betet doch bitte für Lorena, dass sie im Glauben wächst und auch für ihre Ehe und ihren Mann, June, dass er seine Verantwortung als Familienoberhaupt wahrnimmt.

Fatima – Iligan City

Nun sind wir wieder zu Hause in Iligan. Inzwischen ist auch das Ergebnis des Sprachtest gekommen und Andreas hat mit einer 3 abgeschlossen. Die Skala ist von 1 bis 5. 1 ist totaler Anfänger und 5 ist Einheimischer und so ist das Ergebnis echt super. Ich Angela hab das letzte dreiviertel Jahr eine Babypause eingelegt. Und somit leider auch ein wenig in der Sprache abgehängt.

Bitte betet auch weiter für die kleine Gemeinde hier in Fatima, das ist das Dorf zu dem wir gehören. In der Zeit als wir weg waren ist Lanny, Andreas ehemaliger Sprachhelfer, der im Januar geheiratet hat (wir haben in einem Rundbrief berichtet) auf und davon. Er hat seine Frau und die vier Kinder einfach sitzen lassen. Es wir gemunkelt, dass er in Drogen verwickelt ist und hier im Dorf schwer verschuldet ist. Seine Frau, Nora, ist gläubig und kommt regelmäßig zum Gottesdienst. Betet doch bitte für Lanny dass er zum Glauben kommt und Befreiung findet von seinem alten Leben.

Robert und Richel gehen auch immer wieder durch Tiefen. Richel ist immer wieder krank und angeschlagen. Ihr Vater ging nach Cebu eine Nachbarinsel weil er dort Arbeit bekam und als wir in Butuan waren, rief mich Richel auf dem Handy an und heulte. Ihr Vater sei im Krankenhaus mit einer Lebensmittelvergiftung. Eine ganze Ladung verdorbener Fisch war wohl verkauft worden, viele Leute sind erkrankt, so dass die Krankenhäuser überfüllt waren. So ist Robert hin gefahren (eine 12stündige Fahrt mit der Fähre) und hat sich um ihn gekümmert und ihn wieder zurück geholt. So wird ihr junger Glaube immer wieder auf die Probe gestellt. Alle sind sich bewusst dass Richel*s Vater knapp dem Tod entronnen ist. Bitte betet, dass er sich für das Evangelium und ein Bibelstudium öffnet. Allan trifft sich gerade eher selten mit Andreas da wir oft nicht da sind oder Allan etwas anderes zu tun hat. Er hat immer wieder Durchhänger und braucht viel Ermutigung und Unterstützung. Betet doch auch dass die Männer von den Frauen, die zur Gemeinde kommen zum Glauben finden.

Helen eine Studentin an der LRF die mit ihrem Mann auch in die Gemeinde geht hat angefangen Kinderstunde zu machen und alle Kinder sind sehr begeistert, auch Amos geht gerne hin.

Unsere Kollegen:

Und nun wollen wir Euch noch Cathy und Terry Wedel vorstellen. Sie waren das letzte Jahr im Heimataufenthalt und sind Ende Juli wieder zurück gekommen. Sie gehören auch zu unserm Team hier an der LRF. Sie haben während wir in Deutschland waren in unserer Wohnung gewohnt bis sie ein Haus in der Stadt gefunden haben.
Terry unterrichtet an der Schule und bereitet Lehrmaterial vor. Cathy macht Bibelstunden hier im Dorf und hilft wo es nötig ist mit. Ihre drei Kinder sind in den USA und machen dort ihre Ausbildungen. Es ist der erste Term, dass nun alle Kinder in den Staaten geblieben sind und sie alleine hier sind, das ist eine gewaltige Umstellung für sie.

So, und wie geht es uns so?

Mittwoch morgen: „Andreas, bist Du Sonntag hier? Noel kann nicht predigen, er muss zu einer Konferenz fahren. Kannst Du einspringen?“ „Andreas, denkst Du dran, dass Du am Freitag die Andacht bei den Studenten hast?“ „Andreas, der Computer läuft nicht richtig. Es fehlen Verknüpfungen für die Textverarbeitung auf den Studenten-Computern.“ Amos bettelt: „Mama, Spielplatz gehen! Komm!“ (Es gibt hier keinen, das hat er in Deutschland gelernt.) „Mama, Schweine anschauen.“ Antwort: „Asaf hat Hunger, er will zuerst gestillt werden.“ Angela ist froh, wenn die Teenager neben an mal früher Schule aus haben und mit Amos spielen. Die Arbeit wird uns manchmal fast zu viel und wir sind abends immer total müde. Vielleicht macht es auch die Hitze mit aus. Wir brauchen viel Weisheit um unseren Tag richtig einzuteilen. Trotz allem wissen wir, dass wir hier am richtigen Platz sind und wollen uns von Gott gebrauchen lassen.

Nun noch ein kurzer Ausblick zum Gebet für die nächsten Monate:
  • Vom 23.12. bis 3.1. sind Weihnachtsferien, unser deutscher Freund Manfred von Butuan kommt uns besuchen. Wir wünschen uns, dass es eine erholsame Zeit wird (die Studenten fahren fast alle nach Hause)
  • Vom 4.1. bis 7.1. ist Ehemaligen-Konferenz. Wir erwarten um die 40 ehemaligen Studenten und die 20 jetzigen Studenten, dazu ein Team aus den USA, die die Bibelarbeiten mit übernehmen werden. Wir beten, dass es eine Zeit der Ermutigung, Stärkung und Neuausrichtung auf Jesus wird.
  • Im April kommen wir zum Heimatdienst nach Deutschland. Betet für die Planung und Vorbereitung. Wir möchten Euch alle gerne besuchen. Bitte lasst uns Eure Terminwünsche wissen.
  • Wir suchen auch einen Kurzzeit-Missionar, der die Buchhaltung und die Computerbetreuung übernimmt solange wir in Deutschland sind. Vielleicht kannst Du Dir ja vorstellen, dass das etwas für Dich wäre von März 2008 bis April 2009 hier an der LRF mitzuarbeiten.


Wer wir sind.
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© Familie Andreas und Angela Staigmiller,
P.O.Box 39737
9200 Iligan City