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Nummer 17 - Januar 2008
Liebe Freunde und Beter,

Wie verbringen deutsche Missionare auf den Philippinen die Tage zwischen den Jahren? Sie laden andere Deutsche ein und gehen ans Meer. Wir hatten über Weihnachten Besuch von Manfred, der mit uns an der Sprachschule war. Zusammen haben wir einen Ausflug nach Ozamis gemacht. Mit unserem Auto fuhren wir 2 Stunden der Küste entlang Richtung Westen. Von dem kleinen Städtchen Mukas ging es mit der Fähre über die Bucht weiter nach Ozamis. Nicht nur die Kinder, sondern wir alle waren begeistert von der Überfahrt bei herrlichem Sonnenschein und ruhiger See. Dann waren es nur noch dreissig Minuten bis zum Aqua Park. Zuerst besichtigten wir den kleinen Zoo mit den Affen, Schlangen, Krokodilen, Adlern und manchem Kriechtier. Als uns dann frei herum laufende Affen belästigt haben bekamen wir es doch etwas mit der Angst zu tun, und wir verließen schnell das Freigehege und machten uns auf die Suche nach den Delphinen. An der Rezeption erfuhren wir, dass wir über den etwa ein Meter breiten, wackeligen Bambussteg, die 500 Meter hinaus zur Anlegestelle laufen müssten. Als wir das geschafft hatten waren wir glücklich, dass wir in ein zur Abfahrt bereitstehendes Boot einsteigen konnten. Das Auslegerboot brachte uns nach zehn-minütiger Fahrt auf eine Sandbank mit einem Delphin Gehege und Restaurant mitten im Meer. Jetzt haben wir echte Delphine gesehen und nicht nur Flipper im Film. Wenn Ihr uns besuchen kommt, nehmen wir Euch bestimmt einmal dorthin mit.

Ja, die Urlaubstage zwischen Weihnachten und Neujahr taten gut und waren die richtige Vorbereitung auf die Herausforderungen am Jahesanfang.

Jährliche-Bibel-Konferenz

Am 4. Januar kamen unsere 20 Studenten aus den Ferien zurück und dazu 21 Ehemalige zur Jährlichen-Bibel-Konferenz. Dazu hatten wir sieben Leute aus den USA aus der Gemeinde unseres Direktors erwartet. Da wir aber Nebel und starke Regenfälle hatten sind die ganzen Flüge von Manila nach Cagayan ausgefallen und so kamen sie erst am nächsten Morgen an.

Die Konferenz war mit dem Thema "Leben im Königreich" überschrieben. Es ging um Gottes Reich, in dem wir Bürger sind. Gott ist dabei, Menschen aus dem Reich Satans in sein Reich zurück zu bringen.
Eine Bibelarbeit über Daniel zwei bis sieben war für mich sehr ermutigend. Israel war in der babylonischen Gefangenschaft. Der gläubige Rest des Gottesvolkes hatte sich wohl gefragt, ob Gott die Zügel noch in den Händen hat, oder ob die gottlosen Nationen jetzt machen können was sie wollen. Aber in jedem Kapitel wird deutlich, dass Gott Herrscher einsetzt und absetzt, dass er bestimmt, wie lange sie an der Macht sind und dass er über allem regiert. Am Ende wird sein ewiges Reich triumphieren.
Das gilt bis in unsere Zeit! Auch wenn in der Welt das Chaos herrscht, Gott sitzt im Regiment und wacht über seinen Kindern. Unsere Aufgabe ist es seine Handlanger zu sein, damit Menschen zu Bürgern seines Reichs werden, indem wir Licht und Salz in dieser Welt sind. Wir hier auf den Philippinen in der Ausbildung junger Leute für den Dienst unter den Muslimen. Und Ihr zu Hause in Europa, da wo Gott Euch hingestellt hat.

Auch die Zeugnisse der Ehemaligen waren sehr ermutigend. Fast alle haben berichtet, was Gott in ihrem Leben und Dienst tut. Auch ÜJohannesÜ und ÜLindaÜ waren hier, von denen wir im DMG-Informiert schon geschrieben hatten. Sie wohnen am äußersten Rand der Philippinen, nur drei Bootstunden von Malaysia entfernt. Dort arbeiten sie in einem islamischen Dorf. Johannes unterrichtet verschiedene Bibelstunden für gläubige und ungläubige Molbogs. Sonntags versammeln sich bis zu 40 Dorfkinder auf ihrer Veranda und Linda unterrichtet Englisch undÜJohannes biblische Geschichten.

Ihr Kollege Ludwig auch ein Ehemaliger der LRF arbeitet in einem anderen Dorf. Er fühlt sich oft einsam (besonders seit Johannes geheiratet hat) und schwach. Er hatte im vergangenen Jahr drei- oder viermal Malaria. Das entmutigt und zehrt an den Kräften. Die drei sind die einzigen Missionare, die dort arbeiten und die Sprache gelernt haben. Bitte betet, dass sich jemand findet (vielleicht von den Studenten, die im März absolvieren), der bereit ist ihn zu begleiten.

anderes Team von Ehemaligen geht gerade durch eine Krise. Da zwei Teammitglieder in sexuelle Sünde gefallen sind ist das Team auseinander gebrochen. Der Rest des Teams muss sich jetzt erst neu orientieren und ist am fragen, was Gott weiter vor hat. Wir an der Schule sind in diesen Dinge oft seelsorgerlich und beratend mitbeteiligt. Das kostet viel emotionale Kraft, besonders auch für unser Direktoren Ehepaar.

Neue Software

Die Geschwister aus den USA haben auch ein neues Buchhaltungsprogramm mitgebracht. Wir waren schon lange auf der Suche nach etwas, mit dem es einfacher ist die ganzen Spenden für Stipendien, Ehemalige und die Unterstützung für die einzelnen zu verbuchen. Ein Gemeindeglied hat uns dabei geholfen und der LRF das Programm eingerichtet und mitgeschickt. Inzwischen habe ich mich schon recht gut eingearbeitet, aber die ersten zwei Januarwochen war sehr anstrengend. Jetzt gilt es alles so aufzuschreiben, dass auch jemand anderes das ganze machen kann, wenn wir im Heimatdienst sind. Noch haben wir keinen Stellvertreter, der die ganzen Behördengänge macht, die Gehälter bezahlt, die Unterstützung für die Ehemaligen verschickt. Jemand hat gefragt, kann man das nicht von Deutschland aus übers Internet machen? Leider nicht, denn hier wir fast alles bar bezahlt. Und für vieles muss man einfach persönlich auf die Ã?mter gehen. Meistens gehe ich ein- bis zweimal pro Woche auf die Bank um Geld zu wechseln (Dollar in Peso) und um Rechnungen und Gebühren zu bezahlen.

Studenten-Unterricht

Bis Anfang Februar unterrichte ich, Andreas, noch den Kurs Persönliches Geistliches Leben. Morgen ist das Thema Zunge und Umgang mit Autorität dran. Zwei herausfordernde Lebensbereiche, die nicht nur die Studenten fordern. Auch für uns ist es immer wieder ein Kampf in diesen Bereichen Gottes Wort zu gehorchen und nach seinem Willen zu leben.

Mittwochs nach dem Unterricht treffen sich die Studenten mit den Lehrern und Mitarbeitern in kleinen Jüngerschaftsgruppen zum Austauschen und Beten. Angela hat zwei Frauen (Jolly und Luna Mae) und Andreas drei Männer (Japhet, Ayam, Richard) in seiner Gruppe. Wir möchten ihnen Hilfestellung für ihr persönliches Leben mit Jesus geben. Zum Teil diskutieren wir Fragen, die im Unterricht auf kamen oder wir lesen einen Bibelabschnitt und tauschen darüber aus oder lesen auch mal eine Missionsgeschichte, die praktische Hilfen für unseren Alltag hat.
Neben dem akademischen ist das Gebetsanliegen Nummer eins oft die Finanzen. Wer bezahlt die SchulgebÜhr, woher kommt das Geld um an Weihnachten heim zu fahren, woher bekommen sie Geld um Seife und Schampoo zu kaufen? Manche haben wirklich nichts, andere nÜtzen die Gelegenheiten nicht, die es gibt um sich etwas zu verdienen oder sie haben das Sparen und Einteilen nie gelernt. Wir brauchen viel Weisheit und FingerspitzengefÜhl um in diesen Dingen zu helfen.

Ein ganz normaler Freitag!

Um elf Uhr schickt Andreas eine SMS: "Mach das Mittagessen später. Heute ist Zahltag, da kommen alle vor zwölf um ihr Geld zu holen." Um halb eins kommt Andreas erschöpft zum Mittagessen. Kaum fertig gegessen bettelt Amos: "Papa raus. Garten gehen." Auch er möchte einen Teil von seinem Papa haben.

Um zwei Uhr ist Schulandacht. Andreas hat heute die Predigt. Angela würde auch gerne mitkommen, aber die beiden Buben sind einfach noch zu klein um so lange still zu sitzen.

Inzwischen ist es halb vier. Wir packen unser Auto mit Babytasche und Bibeln und fahren ans andere Ende des Dorfes zum Bibelstudium. Unterwegs sammeln wir unsere Haushaltshilfe Richel ein. Ihr Mann Robert hat Dienst und kann nicht mitkommen. Dafür kommt ihre Schwester Elsie mit, sie ist seit einiger Zeit offen für Gottes Wort. Es geht über eine holprige Schotterstraße, die durch die starken Regenfälle ausgewaschen ist, den Berg hinauf. Nach zehn Minuten Fahrt erweitert sich die Piste zu einer breiten Betonstraße. Jetzt sind wir in der Selbständigen- Region-Muslim-Mindanao und auch schon am Haus von Bebeng und Roli. Er ist heute leider nicht zu Hause, da er Kokosnüsse erntet.

Wir machen es uns auf zwei Bänken unter dem Vordach gemütlich. Die Situation ist schwer zu beschreiben: Der jüngste, der acht Kinder, ist zwei Jahre alt geworden. Kinder sitzen auf dem Boden und essen mit ihren Händen noch Reste des Geburtstagsessens. Der Boden im Haus besteht aus gespaltenem Bambus, so dass die Essensreste einfach durch die Ritzen nach unten fallen. Dort warten schon die Hühner und Hunde auf ihren Teil. Hinter dem Haus in einem Verschlag grunzt das Schwein und um das Haus herum zwischen den Hühnern ist auch das Ferkel unterwegs auf der Suche nach etwas Essbarem.

Roli, der Vater, hat keine feste Arbeit. Er erntet und verkauft die Kokosnüsse, die auf dem Grundstück, wo sie wohnen, wachsen. Es gehört wie üblich einem Großgrundbesitzer und die Leute, die auf dem Land wohnen, bebauen es für ihn. Dafür bekommen sie dann ein Drittel der Ernte. Wenn es auf dem Land gerade nichts zu tun gibt, versucht er Arbeit als Tagelöhner zu finden. Bebeng, die Mutter, versucht das Einkommen aufzubessern, indem sie mit Kräutern, Bananen und anderen Früchten handelt, die sie von Nachbarn einkauft und dann auf dem Markt in der Stadt wieder verkauft.

Melissa, die Schwiegertochter, und ihr Mann Bobong sind auch wieder zurück, sie waren für zwei Wochen bei ihren Eltern. Wir hatten ja von der Fehlgeburt und dem hohen Blutverlust, den sie hatte, geschrieben. Auch sie sind sehr offen für Gottes Wort und sind immer dabei beim Bibelstudium.

Gemeinde Fatima

Gott ist auch am Wirken in der Gemeinde hier in Fatima. Unser Freund Robert nimmt jetzt am Predigt-Unterricht an der LRF teil. Er möchte wachsen und lernen und sich in der Gemeinde nützlich machen. Wir hatten auch Allan eingeladen. Aber er hat so viel Arbeit, dass er es nicht einrichten konnte. Er ist jemand, der immer Ermutigung und Unterstützung braucht. Manchmal fragen wir uns ob wohl die Zeit kommt, wo er geistlich auf eigenen Füßen stehen wird?

Roberts Frau, Richel, ist immer wieder krank. Das entmutigt die beiden und macht auch unser Leben anstrengender, da sie ja Angelas Haushaltshilfe ist.

Heimatdienst

Inzwischen haben wir auch schon unseren Flug gebucht. Wir werden am 18. April 2008 in MÜnchen ankommen. Andreas wird dann am Sonntag 20. April beim DMG Jahresfest in Sinsheim dabei sein. Dazu laden wir Euch ganz herzlich ein. Angela wird bei einem Familienfest bei ihrer Nichte sein.

Danach beginnt unser Reisedienst. Zum Teil haben wir ja schon mit einzelnen Kontakt aufgenommen. Gerne kommen wir zu Euch nach Hause oder in Eure Gemeinde um von dem zu erzählen, was Gott hier, in den Philippinen, tut. Bitte schreibt uns doch einfach oder noch besser ruft uns an! Meistens sind wir über unsere deutsche Telefonnummer erreichbar!! Wenn nicht hinterlasst uns Eure Telefonnummer auf dem Anrufbeantworter. Sobald der Strom zurück ist hören wir es ab und rufen zurück. Meistens klappt es. Unsere Nummer: 07353 528330

Jetzt grüßen wir Euch ganz herzlich aus den regnerischen, "kalten" Philippinen.



Liebe Grüße
Eure Staigmillers
Wer wir sind.
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