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Nummer 21 - Juni 2009
Liebe Freunde und Beter,


Inzwischen sind wir schon fast zwei Monate in den Philippinen und wir haben uns schon seit Januar nicht mehr in dieser Form gemeldet. Irgend wie verging die Zeit wie im Flug.

Ja das Fliegen. Als wir Anfang Juni zu unserer Feldkonferenz gefahren sind hat Amos gefragt: „Gehen wir zum Flugplatz?“ Papas Antwort: „Nein. Zur Feldkonferenz.“ „Wann fliegen wir wieder mit dem Flugzeug.“ „Ganz lange nicht mehr.“ „Ohh – Schade!“

Amos Wir sind echt dankbar, wie toll unsere Kinder die letzten Wochen mitgemacht haben. Abschied von Deutschland – Koffer packen – Fahrt zum Flugplatz am 16. April – Einchecken – Mittag­essen mit Oma und Opa, Onkel und Tante und lieben Geschwistern aus der Gemeinde. Dann gings durch die Pass-Kontrolle und nach kurzem Warten ab ins Flugzeug.
Sechs Stunden Flug und ein leckeres Abendessen. Dann wieder raus. Ein riesen großer Flugplatz. Kilometer weites laufen über verschiedene Laufbänder. Endlich da ist der richtige Ausgang. Jetzt heißt es drei Stunden warten. Das war hart. Amos Die Spielsachen wurden langweilig und alle waren müde (in Deutschland wäre es jetzt morgens 4 Uhr).
Endlich schläft einer ein. Da müssen wir ihn schon wieder wecken es ist Zeit zum durchs Gate gehen. Nochmals warten und rein geht es ins nächste Flugzeug.
Weitere acht Stunden Flug. Die Buben und auch Papa und Mama schlafen einen großen Teil der Strecke. Und dann ist es soweit. Das Flugzeug setzt zum Landeanflug an. Wir sehen Manila unter uns. Die Wolkenkratzer von Makati City und die Blechdächer der kleinen Holz- und Bambushütten. Und um die Stadt herum die Fisch-Anlagen und Reisfelder.

Schon im Flughafengebäude spürt man die feuchte Luft. Zum Glück funktioniert die Klimaanlage halbwegs. Endlich haben wir alle Koffer beisammen (160 kg + Handgepäck), ein Taxi-Ticket gekauft und da kommt auch schon ein „Großraum-Taxi für uns angefahren. Dieses mal ist alles weniger aufregend als vor fünf Jahren. Wir wissen, was ein angemessenes Trinkgeld ist und können abschätzen, wem man vertrauen kann.

Feierabend-Verkehr. Wir brauchen für die kurze Strecke zum Gästehaus um die zwei Stunden (sonst 20 Minuten). Wir kommen zu spät zum Abendessen, aber die Hausmutter hat Verständniss und etwas für uns zur Seite gestellt. Es gibt leckere Pizza. Das tut so gut. Und endlich sinken wir todmüde ins Bett.
Als uns die Kinder wecken ist noch alles dunkel. Es ist doch erst kurz nach Mitternacht. Sie haben kaum vier Stunden geschlafen. Na klar, in Deutschland wäre jetzt Aufsteh-Zeit. Was tun? Die beiden haben Durst und Hunger. Wir haben noch Gebäck vom Flugzeug und kaltes Wasser. Nach zwei Stunden schlafen die beiden nochmal ein und auch wir versuchen etwas Schlaf zu finden. Aber da reißt uns der Wecker aus dem Schlaf. Ach ja, wir sind zum Frühstück angemeldet und nachher kommt Leah, unsere Missionars-Kollegin, die die Visa-Angelegenheiten für uns macht.

Nach dem Frühstück spielt Angela mit den Kindern im Wohnzimmer des Gästehauses, während Andreas die Visa-Anträge ausfüllt. Um zehn Uhr ist Leah mit ihrer philippinischen Kollegin da. Wir gehen die ganzen Papier durch und sind total froh, dass die ganzen dreifach beglaubigten Unterlagen von Deutschland richtig sind. Aber, da fehlt doch noch was. Die Geburtsurkunde von Amos von der philippinischen Behörde. Na, kein Problem wir bestellen sie online im Internet. Da hatten wir auch Asafs nach einer Woche.
Aber als sie nach zwei Wochen immer noch nicht da ist, werden wir doch etwas unruhig. Unsere Touristen Visa läuft aus und wir müssen es dringen verlängern lassen und da wollten wir doch die Anträge fürs Missionars Visum mitschicken. Wir telefonieren hin und her und nach einigem hick-hack bringt sie der Kurierdienst zu ihrem Haus. Endlich.

Inzwischen sind alle Unterlagen vollständig bei der Einwanderungsbehörde. Jetzt heißt es ein paar Monate warten, bis sie alles bearbeitet haben. Solange sind wir weiter als Touristen hier und unser Reisebüro in Manila verlängert das Visum jeden Monat für uns.

Von Manila ging es dann weiter nach Mindanao und am 21. April waren wird nach einer einjährigen Abwesenheit wieder „zu Hause“. Unser Team hier hat uns gleich einen herzlichen Empfang bereitet. (Ein Teil kam sogar zum Flughafen). Und doch hat es einige Zeit gebraucht, bis wir uns wieder eingelebt hatten. Aber inzwischen hat uns der Alltag wieder fest im Griff.

Viele von Euch haben mit gebetet für unser Internet und seit Mitte Mai sind wir online. Amos Wir haben Satelliten-Internet hier an der (LRF) Schule. Das heißt, wir können Emaill empfangen und senden (funktioniert noch nicht immer richtig) und auch übers Internet telefonieren. Von unserer Wohnung aus klappt es noch nicht immer, da die drahtlose Verbindung nicht mehr so richtig funktioniert. Wir haben aber mit Ken Hoffmann, einem Missionar in USA telefoniert, der im August mit seiner Frau Cathy zu einem Kurzzeiteinsatz kommt. Es ist das Ehepaar, das letztes Jahr in unserer Wohnung gewohnt hat. Er wird uns die Geräte mitbringen, die wir brauchen, damit wir ein gute Verbindung in unseren Häuser haben können.

Amos Am 9. Juni hat das neue Schuljahr begonnen (wie alle Schulen hier in den Philippinen Anfang Juni). Zehn von unseren alten Studenten sind fürs zweite Jahr wiedergekommen. Fürs erste Jahr ist leider nur ein Student gekommen. Er wird am Unterricht des zweiten Jahres teilnehmen und dann nächstes Jahr den Unterricht des ersten Jahres mitmachen.

Unser Kollege AC Acosta hat ja am 5. April eine philippinische Witwe geheiratet. Sie werden im September in den Heimatdienst gehen. Das wird dann zusätzlich Aufgaben für uns bringen. Er ist zuständig für die Betreuung der Studenten. Die Gebetsstunde am Mittwoch Abend und den Gottesdienst am Freitagnachmittag. Dann organisiert er die Wochenend-Einsätze und begleitet die Studenten dabei.

Juli und August werden voraussichtlich sehr anstrengend. Am 8. Juli kommt der Internationale-Direktor von unserer Partnermission Christar für vier Wochen zu uns an die Schule. (Das findet nicht statt, da unserer Direktor mit seiner Frau nach Amerika mussten ihr 30-jähriger Sohn ist tödlich verunglückt!) Unser Schuldirektor hat ihn gebeten uns als Team und ihm als Direktor zu helfen. Vor allem im Bereich der Organisation der Schule. Wir sind inzwischen ein Team von vier ausländischen Ehepaaren, einer Familie und nächstes Jahr kommt nochmals eine dazu. Daneben haben wir einige philippinische Mitarbeiter. Es sind auch offene Fragen da, welche Aufgaben der Vorstand übernehmen sollte. Da gibt es manches zu reden, planen und überlegen und wir haben den Eindruck, dass wir alleine nicht vorwärts kommen. Bitte betet für diese Zeit um Gottes Leitung.

Susan Panerio, eine philippinische Mitarbeiterin, die die Hauswirtschaft an der LRF leitet, hat im vergangen Jahr die Kasse gehabt und alles was mit Bargeld zu tun hat gemacht. Sie macht diese Aufgabe weiter, da bin ich echt froh. So habe ich Zeit, neben der Computerbetreuung und Buchhaltung, mich in weitere Unterrichtsfächer einzuarbeiten. Ab Oktober werde ich das Fach Gebet unterrichten. Darauf freue ich mich schon sehr. Es gibt gibt schon verschiedene Unterlagen, aber ich möchte den Kurz nochmals komplett überarbeiten. Bitte betet mit, dass es gutes und verständliches Cebuano wird. Ich brauche einen Filipino, der mir dabei hilft.

Wir freuen uns sehr über die kleine Gemeinde hier in Fatima. (Fatima heißt der Ortsteil in dem wir wohnen. Abuno ist der Stadteil von Iligan City, zu dem Fatima gehört). Sie haben sich ja Anfang dieses Jahr offiziell organisiert und auch als Verein registrieren lassen. Die beiden Ältesten Robert Perez und Dodong Andrino nehmen ihre neue Aufgabe sehr ernst und wir freuen uns über ihren Einsatz für die Gemeinde.

Auch wir sind wieder in die Mitarbeit eingestiegen. Angela hat gestern die Sonntagschule für die Kinder gehalten (Geschichte und Basteln, alles in Cebuano). Ich, Andreas, hatte die zweite Predigt seit unserer Rückkehr. Vielen Dank für Eure Gebete wir dürfen wirklich merken, dass ihr hinter uns steht und alles mittragt. Wir überlegen auch, wie wir die Ältesten und ihre Familien in ihrer Aufgabe unterstützen und fördern können. Angela und Cathy Wedel (Mitmissionarin) haben für Samstag nachmittags zum Häkeln eingeladen. Es sind viele Frauen aus dem Dorf gekommen und sie haben viel Freude dabei. Helen Andrino (Frau eines Ältesten) macht anschließend eine Andacht. Es waren auch einige ungläubige Frauen da.

Amos und Asaf haben sich auch wieder gut eingelebt. Obwohl Amos immer wieder fragt, „Wann gehen wir zur Oma?“ oder „Wann kommt Oma zum mit mir spielen?“ Er vermisst die Großeltern. Da ist es schön, dass Ethan, der Sohn von Helen und Dodong Andrino immer wieder zum Spielen kommt. Und auch John, der Sohn unserer Haushaltshilfe kommt immer wieder zum Spielen vorbei. Sie freuen sich über die Spielsachen der beiden und die lernen es (hoffentlich) zu teilen.

Wir haben Euch nun viele Fakten mitgeteilt, aber wie geht es uns nun wirklich?
Wir pendeln zwischen Heimatweh und gerne hier sein. Es hat gut getan wieder an unseren alten Platz zurück zu kommen, vertraute Leute wieder zu sehen.

Bei der Feldkonferenz wurde auch über die Wiedereingliederung nach dem Heimatdienst gesprochen und es hieß, dass man sechs bis 18 Monate braucht bis man sich wieder eingelebt hat. Das hat uns gut getan, denn wir dachten schon irgend etwas stimmt nicht mit uns – wir sind ja erst zwei Monate davon hier. Deshalb betet weiter für unser Einleben, dass wir brauchbar sind für unseren Herrn dem wir dienen wollen.

Betet auch für unsere Kinder, dass sie Mut haben und anfangen in Cebuano und Englisch zu reden. Wir haben den Eindruck dass sie schon einiges verstehen. Aber mit den anderen Kindern unterhalten sie sich nur in Zeichensprache.

Besucht uns doch mal! Eine gute Möglichkeit wäre die ABC-Konferenz im Januar. Ein Gruppe mit einem ehemaligen Philippinen-Missionar kommt vom 27.12.09 bis 8.1.10 es wäre super, wenn sich der eine oder andere von Euch mit anschließen würde. Zur ABC-Konferenz kommen unsere Ehemaligen und sie berichten von Ihrer Arbeit unter den Muslimen, dann könnt Ihr unsere Studenten und unsere Arbeit hier kennenlernen. Wir würden uns ganz arg freuen wenn ihr mitkommt. Ruft uns doch einfach an unter der deutschen Nummer 07353 528332.



Mit ganz herzlichen Grüßen

Euer Andreas und Eure Angela mit Amos und Asaf
Wer wir sind.
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88477 Schwendi