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Nummer 22 - Dezember 2009
Liebe Freunde und Beter,

In den letzten Monaten haben sich die Ereignisse hier überschlagen und unser Leben wurde auf den Kopf gestellt.
Unser Direktor Scott Steele mit seiner Frau Patsy sind im September überraschend in einen verlängerten Heimatdienst gegangen. Erst Mitte November war es möglich, dass sich der ganze Vorstand traf, da verschiedene Brüder im Ausland unterwegs waren. Dort wurde ich einstimmig für die nächsten zwei Jahre zum Direktor berufen. Die Zeit während der Sitzung war sehr begrenzt und so konnten wir nicht viel besprechen, aber wir werden am 9. Januar wieder zusammen kommen. Ich bin sehr dankbar, für die Bereitschaft dieser Männer mich in meiner neuen Aufgabe zu unterstützen und zu begleiten.

Wir fühlen uns mit dieser neuen Aufgabe einerseits überforderd, wissen aber, dass es Gottes Führung ist.
Eine Wahrheit wird uns dabei immer größer: „Die Sach ist dein Herr Jesu Christ, die Sach in der wir stehn und weil es deine Sache ist kann sie nicht untergehn.“
Am Anfang dachten wir, wir müssten die Arbeit retten, denn durch verschiedene Umstände sah es so aus, als würde alles zusammenbrechen. Wir lernen jedoch wegzusehen von unserer Unfähigkeit, hin auf Gottes Allmacht. Trotzdem ist und bleibt es eine Herausforderung unsere Zeit weise einzuteilen. Neben den bisherigen Aufgaben tragen wir jetzt die Verantwortung für die ganze Schule.

Zu unseren neuen Aufgaben gehört es auch, die Landwirtschaft mit zu übersehen. Im Moment macht ein Absolventen-Ehepaar, Dodong und Helen, die Hauptarbeit. Sie haben einen Sohn, Etan. Er ist vom Alter genau zwischen Amos und Asaf.
Dodong ist einer der Ältesten in der kleinen Bibelgemeinde hier am Ort. Er übersieht die Arbeitszeit der Studenten, die Pflege der Frucht-Bäume, das Mähen des Grases und die Ernte der Früchte. Das ist bei 12 ha Land ein ganz schön herausfordernder Job, vor allem, da wir hier alles von Hand machen.
Daneben ist ein weiterer Ehemaliger, Ramil, hier. Er studiert an der Abendschule in der Stadt und hilft tagsüber auch im praktischen Bereich mit. Sein Bruder Ayam hat im April absolviert und hilft auch mit bis er weiß, wo es für ihn weitergeht. Bitte betet für diese Familie und die beiden Brüder, sie brauchen Kraft und Weisheit für ihre Arbeit und auch für die Zusammenarbeit mit uns Ausländern.

Eine weitere wichtige Person ist Susan. Sie hat die Kasse, übersieht die Küche, die Reinigung der Gebäude und die Gästebeherbergung. Mit ihren drei Mitarbeitern, Jenefer, Joewane und Marylan macht sie auch den ganzen Einkauf und sie pflanzen den Gemüsegarten für die Schule an.
Dann ist da noch Cocoy. Er ist unser Fahrer. Er bringt die Küchefrauen in die Stadt für ihre Einkäufe auf dem Markt und im Supermarkt. Er fährt die Studenten an den Wochenenden zum Einsatz und hält die Fahrzeuge in Schuss. Daneben hilft er in der Instandhaltung des Geländes mit, vor allem beim Gras mähen mit der Motorsense.
Zur Zeit ist auch ein amerikanisches Ehepaar Ken und Kathy Hoffman als Kurzzeitler hier. Sie reisen von einem Missionsfeld zum nächsten um die Missionare in ihren verschieden Aufgaben zu unterstützen und zu ermutigen.
Ken ist eine riesen Hilfe mit der ganzen Computerbetreuung und Kathy hat ihr Wissen als Krankenschwester im Unterricht eingebracht. Daneben haben sie immer Gäste im Haus. Mal die Studenten mal die Mitarbeiter. Das ist sehr schön und eine Entlastung für uns.
Auch deutsche Unter-stützung haben wir mit Markus der bis zum 26. Dezember noch da sein wird. Wir freuen uns schon auf deutsche Weihnachten mit ihm.
Markus ist so der Mann für alles, Pumpen flicken, Dächer erneuern, Baby sitten, wo es klemmt ist er zur Stelle, wir sind so froh, dass Du hier bist!. Auch bei uns als Familie ist die Umstellung und die neue Aufgabe von Andreas nicht spurlos vorbei gegangen.

Streit und Unzufriedenheit hat bei uns Einzug eingehalten. Die Kinder wurden ungeduliger und so auch die Eltern. Doch nun haben wir wieder einen Rhythmus gefunden und so geht es auch im zwischenmenschlichen wieder besser. Bitte betet für uns als Familie.
Amos spricht nun wieder Cebuano und auch Asaf bemüht sich mächtig und es wird von Tag zu Tag mehr.
Amos bekam einen Vogel geschenkt, der jetzt an seinem Hüttchen hängt und er ist Stolz Vogelbesitzer zu sein. Vor ein paar Tagen wer er zu tode betrübt, als sein Frosch davon gehüpft ist, den er vor kurzem im Sandkasten gefunden und dem er ein Häuschen gebaut hatte.

Andreas Geburtstag war auch ein kulturelles Erlebnis für uns. Morgens um 4.15 Uhr fängt es vor unser Haustür an zu singen. Und da standen sie die müden Studenten, Leute von der Gemeinde, das Ehepaar Hoffman und haben Geburtstaglieder gesungen.
Für Andreas war es eine Überraschung, mich hatte die Küchenchefin eingeweiht und wir haben ausgemacht, dass wir alle zusammen dann hier bei uns frühstücken. So haben wir unseren neuen Eßzimmertisch zum ersten Mal auf die volle Länge von 3,50 Meter ausgezogen und dann mussten immer noch welche auf der Couch sitzen. Wir waren alle zusammen knapp 30 Leute.
Die Küchenchefin hatte schon alles vorbereitet von Reis bis gekochte in Scheiben geschnittene Wüstchen, Pansit (Reisnudelgericht) und Rühreier. Und so durften wir uns nur noch hinsitzen und essen. Es war eine tolle Stimmung. Ich hatte noch Hefezopf gebacken und mit hingestellt und es haben doch tatsächlich einige ihre Nudeln auf die Hefezopfscheibe gelegt, zusammengeklappt und gegessen. So zu sagen süss-salzig. So ist das halt andere Länder andere Sitten.

Gestern haben wir schon die dritte Kerze an unserem Adventskranz angezündet. Bald ist es Weihnachten. Manchmal etwas komisch bei 30° Grad im Schatten. Aber es kommt ja nicht auf die Stimmung an, sondern auf die Tatsache.

So wünschen wir Euch eine gesegnete Advents- und Weihnachtzeit und ein gesegnetes Jahr 2010.



Mit ganz herzlichen Grüßen

Euer Andreas und Eure Angela mit Amos und Asaf
Wer wir sind.
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