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Nummer 25 - Dezember 2011
Liebe Freunde und Beter,

Heute morgen stand folgendes in unserem Andachtsbuch:
Alles aus Gottes Hand nehmen,
alles in Gottes Hand legen,
alles in Gottes Hand lassen,
dann kannst getrost du sein.

Das ist es genau, was Gott uns im Moment lehren möchte. Vieles ist in den letzten Monaten passiert und wir möchten Euch teilnehmen lassen, wie Gott hier gehandelt hat.

EINSCHUB, wir hatten den Brief schon fertig zum Drucken, da ist folgendes passiert. Am 16. Dezember haben wir unsere LRF-Weihnachtsfeier gehabt. Es war eine sehr schöne Gemeinschaft mit Geschenken aus Amerika, Spielen. Nach dem Abendessen, während der Spiele hat es kräftig angefangen zu stürmen und zu regnen. Unsere Lehrer aus der Stadt haben sich dann auch schnell auf den Heimweg gemacht. Wir hatten dann auch schon bald Stromausfall, aber bei uns keine extremen Niederschläge.
Am nächsten Morgen bekamen wir dann eine SMS von einem Mitarbeiter. Meine Schwester mit den Kindern ist auf dem Hausdach. Es ist alles überflutet. Da wir nicht wussten wo sie wohnt, dachten wir zuerst es ist einfach der Fluss über die Ufer getreten. Aber dann haben wir immer mehr mitbekommen, was geschehen war. Der Taifun brachte heftige Niederschläge in den Bergen mit sich. Dadurch waren die Flüsse der Stadt in wenigen Minuten zu reißenden Strömen angeschwollen und haben in kürzester Zeit ganz Stadtviertel mit sich gerissen. In manchen Gegenden blieb kein Haus stehen.
So haben wir unseren Weihnachtsurlaub gestrichen und für die obdachlosen Überlebenden Essen gekocht. Die Geschwister aus der örtlichen Gemeinde haben kräftig mit-geholfen. Dazu haben wir Wasser gekauft und verteilt. Das war in den ersten Tagen ein großes Problem in den betroffenen Gebieten: kein Leitungswasser, kein Strom, kein Trinkwasser.
Inzwischen wurden von Internationaler Hilfe Wasser Tanks aufgestellt, die von der Feuerwehr und anderen Hilfs-Organisationen regelmäßig mit Trinkwasser gefüllt werden. Auch fünf Wochen nach der Katastrophe sind noch viele obdachlos und wohnen in Not-Unterkünften, wie Turnhallen und Zelten von der UNO, weil sie noch keinen Platz zum Bauen haben.
Dank der Hilfe aus Deutschland und Amerika konnten wir inzwischen mithelfen, dass Leute wieder ein Haus bauen konnten oder sie mit Küchen-Utensilien ausrüsten, damit sie wieder selbständig leben können. Da werden wir auch in den nächsten Wochen noch weiter mit dran bleiben.
Ja so sind die letzten Wochen anders gelaufen als geplant.

Noch etwas wird dieses Jahr anders kommen als von uns geplant. Eigentlich sollten wir 2013 in Heimatdienst gehen. Aber da in dem Jahr noch zwei weitere Familien ihren Heimatdienst haben wäre das sehr schwierig für die Arbeit hier. Deshalb wurden wir gebeten unseren Heimatdienst ein Jahr vorzuziehen. So werden wir voraussichtlich im August in Deutschland ankommen. Den ersten Monat werden wir zum Ausruhen und Vorbereiten des Reisedienstes nehmen, da keine Hoffnung besteht, dass wir hier groß zum Verschnaufen kommen. Ab Mitte September kommen wir dann gerne zu Euch in Eure, Gemeinden, Gruppen und Kreise um von dem zu berichten, was Gott hier auf den Philippinen tut. Wir freuen uns schon ganz arg auf Eure Einladungen.

JETZT kommt der Teil, den wir vor der Flut fertig hatten und eigentlich in der Woche vor Weihnachten verschicken wollten. Gott hat uns neue Mitarbeiter zur Seite gestellt. Elbert und Cherry Mae Salon. Sie sind beide Absolventen der Schule.Zu ihnen gehört seit August auch eine kleine Tochter Elyssa Grace.
Zu unseren Studenten im zweiten Jahr kamen im Juni sieben neue Studenten zu uns ins erste Schuljahr. Es ist eine motivierte Gruppe, die uns viel Freude macht mit ihrem Eifer am lernen.
Die meisten sind noch jung und wie wir alle brauchen sie Gebet, damit sie die Ausbildung durchhalten und auch bei Schwierigkeiten nicht aufgeben.
Die zwei Jahre an der LRF sind für unsere Studenten eine große Herausforderung. Für die meisten ist es das erste mal, dass sie sich in eine Gemeinschaft einfügen müssen außerhalb ihrer Familie. Plötzlich mit einem fremden Menschen im Zimmer zu wohnen, der so ganz anders lebt, Regeln, die anders sind als von zu Hause gewohnt, das ist gar nicht so einfach. Wir versuchen zusammen mit unseren Mitarbeitern Ersatz-Eltern zu sein. Kommen dabei aber auch an unsere Grenzen und fühlen uns manchmal überfordert. Danke dass ihr für sie betet, dass sie in diesen zwei Jahren von Gott geprägt und verändert werden. Letzte Woche hatten wir Besuch aus Amerika. Ein Philippinisch-Amerikanischer und ein Latein­amerikanischer Glaubensbruder aus Costa Rica. Sie möchten gerne Missionare aus Lateinamerika auf die Philippinen schicken. Nach zweitägigen Gesprächen kamen wir zu dem Schluss, dass wir hier an der Schule, wenn Gott will, ein einjähriges Programm aufbauen, für Leute, die schon eine Bibelschule haben, aber noch keine Erfahrung, wie man Muslime mit dem Evangelium erreichen kann. Als erstes müsste Gott jemanden berufen, der Spanisch, Englisch und Cebuano spricht um das ganze Programm auszuarbeiten und vorzubereiten. Bitte betet um Gottes Leitung. Es sind noch unzählige offene Fragen und wir können das nicht alleine schaffen. Aber wie wir wissen bei Gott ist nichts unmöglich.

Seit Juli haben wir auch einen Erst­klässler. Amos ist jetzt bei der deutschen Fernschule eingeschrieben und er hat zwei Lehrer, Mama und Papa. Das ist manchmal gar nicht so ganz einfach. Und wir brauchen immer wieder Weisheit und Geduld. Heute morgen im Mathematikunterricht bin ich schier verzweifelt. Er hat einfach nicht gemacht was er sollte. Da hat er gemeint: „Jetzt muss die Mama helfen!“ und da hat es plötzlich geklappt. In Null-Komma-Nichts waren die Aufgaben gelöst.
Wir schätzen es als ein großes Vorrecht, dass wir unsere Buben durch den Unterricht prägen können und so mitbekommen, was sie bewegt und um treibt.
Ja und manche Tage sind einfach Alltag. Das fängt morgens schon an wenn Andreas vor dem Frühstück schon Leute bezahlen muss und abends nicht heim kommt weil er noch mit jemandem ein Gespräch führt.
Dann sind solche Tage wie heute ermutigend:
Wir hatten Besuch von der Direktorin einer philippinischen Missionsgesellschaft, mit der fünf unser Absolventen in zwei verschiedenen Volksgruppen arbeiten. In ihrem Bericht erwähnte sie, dass es bei den Iranon, unter denen vier unserer Absolventen arbeiten, schon 14 Gläubige gibt. Von der anderen Volksgruppe berichtete sie, dass ein 9 jähriger Junge vor kurzem zum Glauben kam. Das ist die Frucht des mehr als vierjährigen, treuen Dienstes. Das zeigt uns, unsere Arbeit ist nicht vergeblich. Gott gebraucht unsere Ehemaligen.

Anfang März werden die Studenten vom zweiten Jahr für zwei Wochen auf einen Einsatz gehen. Sie besuchen bestehende Arbeiten um Missionsarbeit hautnah mitzuerleben.

Und am 30. März findet auch schon ihre Absolvierungsfeier statt. Bitte betet für die fünf Frauen und vier Männer die teilweise noch nicht sicher sind, wo Gott sie gebrauchen möchte, dass sie eine klare Führung Gottes erfahren. Wir wünschen Euch allen ein gesegnetes Neues Jahr in dem ihr Gottes Führung an jedem Tag erleben dürft.



Euer Andreas und Eure Angela mit Amos und Asaf
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