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Nummer 3 - Juni 2004
Liebe Freunde und Beter,

In den letzten Tagen beschäftigte uns nur eine Frage: „Soll ich das einpacken? Kaufen wir es neu auf den Philippinen? Oder brauchen wir es gar nicht mehr?" Es ist nicht einfach abzuwägen, was lohnt sich zum mitnehmen und was kann man wieder kaufen. Wir sind nun mitten im Packen und haben immer drei Kisten vor uns stehen: Philippinen, Lager, Müll.

Ende Mai haben wir in einer „Hau-Ruck" Aktion unsere Wohnungsauflösung durchgezogen. Bis zur Ausreise am 12. Juni leben wir in Wain bei den Eltern von Andreas. Dort dürfen wir auch unser Hab und Gut für die nächsten vier Jahre einlagern, darüber sind wir sehr froh und dankbar. Über all dem Packen kann es einen ganz schön traurig stimmen, besonders wenn man Gegenstände wegpackt mit denen man persönliche Erlebnisse verbindet. Es wird uns auch immer mehr bewusst, dass wir die meisten von Euch in den nächsten vier Jahren nicht sehen werden. Im Reisedienst haben wir in mancher Jungschar- und Kinderstunde ein Lied auf Cebuano gesungen. Der deutsche Text lautet: „Dies ist der Tag, dies ist der Tag, den der Herr gemacht, den der Herr gemacht." Dieser Vers geht mir (Angela) immer wieder durch den Kopf. Es ist so gut, dass der Herr über allem steht und auch durch die Tage des Abschiedsnehmens durchträgt.

Am 9. Mai hatten wir ein wunderschönes Erlebnis. Viele Freunde, Verwandte und Glaubensgeschwister strömten in der Bibelgemeinde Neu-Ulm zusammen um uns in den Missionsdienst auszusenden. Viele waren das erste mal bei einer Aussendungsfeier dabei und auch in der Gemeinde wurde Neuland betreten. Wir sind sehr ermutigt, durch die vielen lieben Menschen, Grüße und die Fürbitte, die wir erfahren haben. Es ist solch ein großes Vorrecht von Euch getragen zu werden. Hartmut Peters, unser Personalleiter bei der DMG (Deutsche Missionsgemeinschaft) hatte die Predigt aus Apostelgeschichte 3. Mir (Andreas) wurde neu bewusst, wie wichtig es ist, in der Masse der Menschen, den Einzelnen zu sehen. Wir möchten es lernen unsere Augen für die Leute offen zu haben, die Gott uns ganz persönlich in den Weg stellt.

Gleich eine Woche später war wieder ein Höhepunkt. Der Erlebnistag-Weltmission bei der DMG am Buchenauerhof. Wir hatten die große Lager- und Werkstatthalle ausgeräumt, aber nicht wie sonst bei den Festen bestuhlt, sondern in der ganzen Halle wurden Trennwände und Bauzäune aufgestellt und unter Folien, Tüchern und Decken versteckt. Die Missionare, die gerade in Deutschland sind, haben originelle Stände ihres jeweiligen Landes aufgebaut, um ihre Arbeit vorzustellen. In der „Türkei" duftete es nach Tee. In „Indien" wartete ein asiatisches Schnellrestaurant. In Nordafrika wurden Henna auf zig Kinderhände gemalt. Am Philippinenstand sammelte sich am Nachmittag eine große Traube von Kindern. Es hatte sich schnell herumgesprochen: „Hier werden Bambus-Boote gebastelt." Wir konnten den Ansturm der Kinder kaum bewältigen. Schon nach kurzer Zeit war alles Material vergriffen. Während die Kinder bastelten und spielten, konnten die Eltern an verschiedenen Seminaren und Missionsberichten teilnehmen und so etwas mitbekommen, von dem was Gott weltweit tut. Zwischendrin gab es immer wieder Pausen für Gespräche. Es tat gut, auch etwas Zeit zu haben um sich noch von lieben Freunden und Verwandten zu verabschieden.

Am 12. Juni geht es auch schon los in die USA. Da ist für uns noch so vieles neu und unbekannt. Wieviele Leute sind wir wohl bei diesem Orientierungskurs? Der Leiter schrieb, dass sich da schon Freundschaften fürs Leben gebildet haben. Werden wir uns in New York nicht verlaufen in dieser riesigen Stadt, die uns Respekt einflösst? Werden wir auch den Mut haben uns unbekannten Menschen Jesus Christus und die Botschaft seiner Erlösung zu bezeugen? Wie wird das wohl sein, zwei Wochen mit einem amerikanischen Straßenkreuzer von Pennsylvania nach Colorado in die Rocky Mountains zu kurven?

Und dann das Ankommen auf den Philippinen. Am 27. September werden wir nach einer langen Flugreise in Manila der tropischen Hitze entgegentreten. Wir freuen uns darauf aber es wird nochmal eine gewaltige Umstellung sein. Das letzte mal konnten wir die Wochen zählen bis wir wieder nach Deutschland zurück kamen. Das geht jetzt nicht mehr. Die ersten Tage werden wir in der Hauptstadt Manila verbringen. Da werden wir noch einige Formalitäten zu klären haben mit verschiedenen Behörden- und Arztbesuchen. Das wird so ganz anders werden als wir es in Deutschland gewohnt sind. Wenn wir das alles erledigt haben geht es weiter nach Süden auf die Insel Mindanao. Vor kurzem hat eine Sprachschule für „Cebuano" wiedereröffnet. Dort sollen wir für voraussichtlich neun Monate Cebuano lernen. Diese Sprache wird von ungefähr einem Viertel der Filipinos gesprochen. Die Schule ist in Butuan City. Das ist ungefähr 6 Stunden nordöstlich von Iligan City, wo wir später arbeiten werden. Wir sind froh über diese neue Möglichkeit, die Sprache an der Schule zu lernen. Wir müssen dort als erstes eine Wohnung suchen. Unser Teamleiter ist da schon am schauen und die Leute von der Sprachschule wollen uns auch behilflich sein. Bitte betet, dass wir noch klären können, wohin wir unsere Kisten schicken sollen, denn wir sind die nächsten Monate adress- und heimatlos.



Wer wir sind.
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