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Nummer 5 - November 2004
Liebe Freunde und Beter,

Seit unserem letzten Rundbrief im August sind wir um die halbe Welt gereist. Nachdem unsere Zeit bei unserer Partnermission zu Ende war ging es quer durch die USA nach Colorado. Dort fand das PILAT Progamm statt. PILAT steht für Program In Language Acqusition Techniques (Programm für Sprach-Aneignungs-Techniken). Wir haben gelernt wie man verschiedene Laute ausspricht und wie man ein Sprachstudium angreift. Habt Ihr gewußt, dass es zum Beispiel mindestens fünf verschieden A-Laute gibt. Inzwischen wenden wir das Gelernte schon in den Philippinen an. Wir sind froh, dass wir jetzt wissen wo der Unterschied zwischen einem stimmhaften "D" und einem ungehauchten "T" liegt. Nachdem der Kurs vorbei war starteten wir zur letzten Etappe unsrer großen Reise auf die Philippinen: Colorado Springs --- Denver --- Los Angeles --- Tokio --- Hong Kong --- Manila --- Cagayan de Oro. Dort wurden wir von unserem Feldleiter herzlich empfangen.

Müde und dankbar, dass alles so gut geklappt hat fielen wir in unsere Betten. Am nächsten Morgen gings weiter nach Iligan City. Dort ist das philippinische Trainingszentrum, Life Resources Foundation (LRF), an dem wir nach unserem Sprachstudium mitarbeiten werden. Es war wie ein nach Hause kommen. Die Mitmissionare und einige der Studenten kannten uns noch vom letzten Jahr. Sie hatten eine riesen Freude, uns wieder zu sehen. Es tat so gut, von lieben Freunden empfangen zu werden.

Mit unserer Kollegin sind wir auf den Markt gegangen. Sie hat uns ein wenig in die Geheimnisse des Handels eingeführt. Leider können wir Euch die Düfte von frischem Fisch, Fleisch und Gemüse nicht mitschicken. Es ist ein ganz besonderes Flair.
Am Abend machte uns das Team ein großes Willkommensessen. Leider konnten wir die Gastfreundschaft nicht lange genießen, denn wir mußten weiter nach Butuan.

Am 3. Oktober machten wir uns mit unserem Kollegen auf den Weg nach Butuan. Es ging über die "Autobahn" mit 70-100 km/h vorbei an Spielenden Kindern, hupenden Jeepneys, Tricycles, Bussen und Lastwagen. Es war eine halsbrecherische Fahrt entlang der Küste Mindanos. Nach 6 Stunden hatten wir die ungefähr 400 km in den Nord-Osten Mindanaos geschafft. Wir waren froh, endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

Butuan wird für die nächsten 1 ½ Jahre unsere Heimat sein. Wir haben uns gleich auf Wohnungssuche gemacht. Unsere Mitstudenten und Lehrer von der Sprachschule hatten schon gute Vorarbeit geleistet. Hier kann man nicht einfach die Zeitungaufschlagen und dann die Leute anrufen. Man fährt durch die Straßen und sucht nach Häusern an denen ein Schild hängt "apartment for rent" (Wohnung zu vermieten). Man klingelt (ruft "ayo ayo") und schaut sich die Wohnung an, man hat ja keine Ahnung wie groß sie ist und was sie kostet.

Nach zwei Tagen (wir hatten immer noch keine Wohnung und schliefen in einem einfachen Hotelzimmer) ist unser Kollege dann wieder zurück nach Iligan gefahren. Da waren wir nun. Niemand mehr, der den ganzen Tag für uns gesorgt hat.

Welchen Jeepney müssen wir nehmen um zur Sprachschule zu fahren? Was kostet der Jeepney? Können wir eine Motorella (siehe Bild) nehmen? Es gab so vieles zu entdecken und zu erkunden. Einerseits ist das sehr spannend, aber auch sehr anstrengend und manchmal auch etwas beängstigend wenn man nicht weiß ob man sich richtig verhält oder anstößig ist für die Leute.

Aber Gott ist treu und er hat auf wunderbare Weise für uns gesorgt. Am 3. Abend in Butuan saßen wir in unserem Hotelzimmer. Wir hatten immer noch keine Wohnung. Der LKW war bestellt. Er würde übermorgen kommen und unsere Möbel von Iligan bringen, die wir von Missionaren gekauft hatten, die zurück nach Deutschland mussten. Was sollten wir tun? Wo sollen wir die Möbel hinstellen?
Wir haben alles vor unserem himmlischen Vater im Gebet ausgebreitet und gingen mit einer erstaunlichen Ruhe ins Bett. Wir waren gespannt, wie er für uns sorgen würden. Wir wußten, dass Ihr alle für uns mitgebetet habt, das tat so gut. Am nächsten Morgen haben wir den Kollegen von der Sprachschule angerufen, und er sagte er habe noch von einer anderen Wohnung gehört, wir könnten sie am Abend anschauen. Wie wir gespannt waren. Ob das Gottes Antwort war?
Wir waren total perplex, als wir hinkamen. Die Wohnung hatte alles was wir uns gewünscht haben. Ein hoher, heller Wohnraum, ein Büro mit großen Fenstern und ein Gästezimmer, in dem wir Euch gerne beherbergen, einfach anrufen und kommen!! Auch die Verkehrsanbindung ist klasse. Mit dem Trisykel sind es nur 5 Minuten bis zum Markt. Mit dem Mulitcab (eine Art Minivan) und Motorella brauchen wir nur 20 Minuten bis zur Sprachschule. Wir freuen uns ganz arg, wie sich wieder einmal unser Hochzeits-Psalm 37,4-5 erfüllt hat.

An der Sprachschule, sind wir 18 Studenten. Die meisten von ihnen arbeiten mit New Tribes Mission und kommen aus Norwegen, Neuseeland, Schottland, Australien, Kanada und USA. In unserer Klasse sind wir zu fünft. Wir haben uns sehr gefreut, als wir entdeckt haben, dass einer davon auch noch ein Deutscher ist. Da können wir ab und zu auch Deutsch miteinander reden. Dann ist noch ein nettes Ehepaar aus den USA mit dabei.

Nachmittags haben wir drei Stunden Unterricht. Jetzt denkt Ihr: "Und was machen sie den restlichen Tag?" Zum einen braucht hier alles viel mehr Zeit. Egal wo man hingeht, man plaudert, man wartet, man unterhält sich oder steht Schlange. Dann kommt dreimal in der Woche ein Sprachhelfer, der speziell auf unsere Bedürfnisse und Probleme eingeht. Und dann gilt es das gelernte in der Praxis anzuwenden. Es kostet manchmal ganz schön Überwindung, die Leute anzusprechen. Aber die Filipinos sind meistens sehr freundlich und freuen sich, dass wir ihre Sprache lernen.
Am Samstag waren wir auf dem Markt. "Guten Morgen. Wir lernen hier Cebuano. Was ist das? Wie heißt diese Frucht auf Cebuano? Wieviel kostet das Kilo oder Stück?" Und dann kommt die Antwort wie ein Wasserfall, manchmal verstehen wir auch schon, was die Leute antworten. Dann fragen sie fast immer: "Seid ihr verheiratet? Habt Ihr Kinder?" Und da antworten wir: "Noch nicht. Aber eines ist unterwegs!" Wir freuen uns ganz arg, dass wir schwanger sind und im April eine richtige Familie werden. Mit dieser Nachricht grüßen wir Euch ganz herzlich Gebetsanliegen: Dank: Bewahrung auf unseren Reisen tolle Wohnung gute Sprachschule und Lehrer Fürbitte: unser geistliches Leben -- regelmäßiges Gebetsleben und Stille Zeit Antrag für ein Missionarsvisum läuft Gutes Vorankommen und Disziplin beim Sprachstudium unsere Sprachhelfer: Dandan und Remi Angelas Schwangerschaft



Euer Andreas und Angela
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