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Nummer 8 - Mai 2005
Liebe Freunde und Beter,

Wir möchten Euch ganz herzlich danken, dass Ihr so treu hinter uns steht. Besonders in den letzten Wochen durften wir in besonderer Weise erleben, wie Gott Eure Gebete erhört hat.

Seit dem letzten Rundbrief haben sich die Ereignisse überschlagen so haben wir beschlossen gleich noch mal eine aktuelle Version zu verschicken. Wir hatten geschrieben, dass Angela eine Trombose bekommen hatte und dass dadurch die ganze Schwangerschaft schwieriger wurde. Wir hatten gerade den Brief auf der Post, als die Ärztin anrief und meinte, wir sollten am nächsten Tag ins Krankenhaus kommen. Das war am 21. März. Das größte Risiko für Angela war, dass von der Trombose sich ein Stück ablöst und in die Lunge kommt und dadurch eine lebensgefährliche Lungenembolie entsteht. Wegen der Schwangerschaft und der bevorstehenden Geburt konnten keine starken Medikamente gegeben werden und so entschieden sich die Ärzte, dass ein Filter in Angelas Hauptvene dauerhaft eingepflanzt werden sollte.

Bei einer folgenden Untersuchung waren dann die Herztöne von Amos nicht gut, dazu kam, dass er Steißlage war und die Nabelschnur einmal um den Hals und Arm hatte. So wurde festgelegt, dass Angela am 23. März zuerst den Filter eingepflanzt bekommt und anschließend ein Kaiserschnitt gemacht wird.

Für uns kam das alles total überraschend und wir waren etwas überrumpelt. Doch die Ärztin wollte nicht mehr über Ostern warten.

Angela kam dann am 23. März um 13 Uhr in den OP. Ich (Andreas) musste an der Türe umdrehen und ging zurück auf unser Zimmer. Wir waren ja schon eine Nacht stationär. Hierzu muss ich erklären, dass man auf den Philippinen immer eine Begleitperson braucht, die bei einem im Zimmer schläft und immer wenn Medikamente gebraucht werden diese entweder in der Krankenhausapotheke oder in der Stadt kauft. So wurde ich z. B. nachts um elf in die Stadt zum Roten Kreuz geschickt um Blutkonserven zu kaufen. Das Schöne war, wir waren dann die ganze Zeit beieinander.

Ich ging also zurück aufs Zimmer und war so froh, dass Ed und Luanne Shackelford, unsere Feldleiter, mit bei mir warteten. Als es auf 16 Uhr zuging erwarteten wir jeden Augenblick den Anruf der Ärzte, dass Amos geboren ist. Aber, der Anruf kam und kam nicht. Um fünf Uhr klingelte dann das Telefon auf unserem Zimmer. Die Ärztin meinte nur: "Der Einbau des Filters hat länger gedauert als geplant und wir haben Probleme mit der Narkose. Wir werden demnächst mit dem Kaiserschnitt beginnen." So ging das Warten weiter.

Angela erinnert sich an diese Zeit nur ungern:

Am Anfang war ich ganz gefasst und gelassen, denn da wusste ich auch noch nicht was alles auf mich zu kommen sollte.

Zuerst mussten wir fast eine Stunde warten, weil einer der Ärzte später kam. Während dem Warten hatte ich Zeit, den OP näher zu betrachten. Die einfachen Räumlichkeiten machten einen recht unsterilen Eindruck. Das war ein krasser Gegensatz zu den hochmodernen Geräten.

Ja, so haben wir dann gewartet und ich wurde doch auch einwenig aufgeregt. Um ca. 14 Uhr haben sie dann angefangen unter örtlicher Betäubung, den Filter einzupflanzen.

Der Arzt meinte beim Vorgespräch es wäre ein Eingriff von einer Stunde und es hörte sich wie eine Routineoperation an. Aber es war wohl doch nicht soviel Routine, aus einer Stunde wurden zwei. Es tat schrecklich weh und nahm einfach kein Ende. Deshalb war ich froh, als der Arzt meinte: "Wir haben's geschafft."

Nach einer kleinen Pause ging es dann weiter. Die Rückenmarksnarkose für den Kaiserschnitt sollte gesetzt werden. Da mein Körper aber so viel Wasser eingelagert hatte, war das Gewebe sehr hart und die Nadel des Arztes zu kurz. Sie versuchten es über eine halbe Stunde und waren total frustriert als ich meine Beine immer noch bewegen konnte. Deshalb beschlossen sie, eine Vollnarkose zu machen.

Doch dann musste alles schnell gehen damit unser Kind nicht so viel abbekommt. Und durch ein Missverständnis bedingt begann die Ärztin zu schneiden, bevor die Narkose wirkte ?

Für mich war sehr schön zu erleben, dass die zwei Ärztinen die den Kaiserschnitt machten und auch der Narkosearzt gläubig waren. Sie haben bevor ich "schlafen gelegt wurde" für mich und die OP gebetet. Da merkte ich auch richtig den Unterschied zwischen dem ersten Eingriff und dem nun folgenden.

Dann hab ich bis um 19 Uhr nichts mehr mitbekommen.

Die Vorfreude auf Amos war ja riesengroß. Als ich dann aufgewacht bin, haben sie ihn zu mir an die Liege gebracht. Das war so ein schönes Erlebnis. Leider war ich noch ziemlich müde. Ich konnte ihn auch nicht in den Arm nehmen, da ich vollgepackt war mit Infusionen und Verbänden.

Während dieser ganzen Zeit warteten wir (Andreas und Shacklefords) weiter auf dem Zimmer, bis um 18 Uhr dann der Kinderarzt kam und mir zu unserem Sohn gratulierte. Wow ich bin Papa geworden, wie ich mich freute. Wir dachten, jetzt kann es nicht mehr lange dauern, bis Angela aufs Zimmer gebracht wird. (Falsch gedacht.) Um 21 Uhr wurde sie dann totenblass aufs Zimmer geschoben. Sie hatte bei der Operation viel Blut verloren und brauchte Bluttransfusionen.

Ich durfte unseren Amos dann am Abend durch die Glasscheibe anschauen und am nächsten Morgen wurde er endlich auf unser Zimmer gebracht und wir haben es genossen, ihn die ganze Zeit bei uns zu haben und zu versorgen. Er ist so ein süßer Kerl. Wir genießen jeden Augenblick mit ihm.

Zwei Tage später hatte Angela schwere Atemnot und brauchte für einen Tag Sauerstoff. Ich dachte schon, jetzt erstickt sie dann.

Danach ging es aber jeden Tag aufwärts. So dass wir nachmittags am Ostermontag das Krankenhaus verlassen durften. Im Rückblick staunen wir, dass wir nur 6 Tage im Krankenhaus waren. An dieser Stelle möchte wir auch unseren Gott loben und Euch danken, die ihr unseren Dienst durch Eure finanzielle Unterstützung möglich macht. So hatten wir auch genug um das Krankenhaus zu bezahlen, denn wer nicht bezahlt hat darf nicht nach Hause. (Jetzt hoffen wir, dass die Krankenkasse uns einen Großteil wieder zurückerstattet.)

Heute ist Angela wieder fast fit. Sie muss noch Medikamente nehmen, bis die Trombose weg ist, aber sonst geht es ihr echt gut. Auch das Ödem ist wieder fast auf den Normalstand zurück gegangen.

Leider haben wir dadurch Ostern für dieses Jahr verpasst, aber Gott hat uns ein wunderbares Geschenk gemacht: unseren kleinen Amos. Wir sind so dankbar für unseren gesunden Jungen.

Nachdem wir aus dem Krankenhaus entlassen wurden blieben wir noch zwei Wochen bei unseren Feldleitern, da wir noch manche Nachuntersuchungen hatten, und wir genossen es, uns einfach verwöhnen zu lassen und uns nicht um den Haushalt kümmern zu müssen. Durch diese Zeit ist auch unsere Beziehung zu unsere Feldleiter, Ed und Luanne Shackelford, enorm gewachsen. Sie kamen auch jeden Tag ins Krankenhaus um uns zu helfen. In den letzten beiden Nächten hat Luanne bei uns im Krankenhaus geschlafen, so konnte Andreas einigermassen durchschlafen da wir echt am Ende unserer Kräfte waren.

Seit dem 8. April sind wir nun wieder zurück in Butuan und leben uns gerade als Familie wieder in unserem Haus ein.

In einem Liedvers, an den wir uns immer wieder gerne erinnern heißt es:

"Gott macht es gut
und gut ist auch das Ziel,
das er mit dir und mir erreichen will.
Zwar können wir das oft nicht sehn und
Gottes Wege nicht verstehn,
doch bliebt's dabei,
denn Gott ist treu,
Gott macht es gut!"

Jetzt beginnt dann auch unser Alltag wieder. Die Sprachschule hatte gerade noch ein Woche Ferien und am 18. April fing der Unterricht wieder an. Bitte betet für einen guten Wiedereinstieg und dass wir den Anschluss an unsere Klasse bekommen.

Hier noch ein anderes aktuelles Anliegen. Unser Freund Nonoy wohnt hier in der Nachbarschaft. Er hat keine Arbeit und seine Frau hat zwei Tage vor Angela ihr siebtes Kind entbunden. Die Leute haben kein Wasser und keinen Strom im Haus und wissen manchmal kaum was sie essen sollen. Wir haben ihm jetzt Arbeit gegeben und er streicht uns das Wohnzimmer und hat einige alte Möbel neu lackiert um sich Reis und Arznei für seine Frau und Kinder kaufen zu können. Aber irgend wann haben wir keine Arbeit mehr für ihn. Daneben möchten wir dieser Familie auch das Evangelium von der Erlösung durch Jesus weitergeben. Bitte betet um Weisheit in dieser Sache, wie wir weiter helfen sollen und dass sie auch nicht einfach, weil wir ihnen helfen "sich bekehren".

Nochmals ganz herzlichen Dank für Eure Briefe, Emails, Gebete und Anrufe!



Mit ganz herzlichen Grüßen

Andreas und Angela mit Amos

Wer wir sind.
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